Hepberg
Blick auf Hepberg
Freizeitgelände

St. Oswaldkirchlein

Das romanische St. Oswaldkirchlein

Oswald-KircheMitten im Ort von Hepberg erhebt sich weithin sichtbar die romanische Kirche, die dem Hl. Oswald geweiht ist. Die Bauzeit dieser Kirche ist leider in keinem Archiv aufgezeichnet, sie wird wohl im 11. oder 12. Jahrhundert gebaut worden sein. Das Fehlen in Archiven liegt daran, dass diese Kirche keine Pfarrkirche war, sondern ein Gotteshaus, errichtet von einer hier wohnenden Herrschaft.

Es gibt einige Gründe zu dieser Annahme. Zu der damaligen Zeit gab es sicherlich nur sehr wenige Häuser in Hepberg, die sich eine solch große und schöne Kirche leisten konnten.

Bei der Entfernung des äußeren Verputzes stellte man fest, dass die Kirche in den ersten Jahren keinen Putz hatte, sondern mit behauenen und verfugten Steinen erbaut worden war. Als man den Putz bei der Renovierung entfernte und den alten Bestand wieder herstellen wollte, stellte man fest, dass die Wetterseite nur mit groben Steinen aus dem Bruch gemauert war. Der Grund dafür war, dass nach dem Abbruch des angebauten herrschaftlichen Hauses die Wand nicht stark genug für die Wetterseite war und verstärkt werden musste.

Des Weiteren befindet sich auf der Orgelempore noch eine zugemauerte Türöffnung, die zu dem Herrenhaus führte.

Beim Abbruch des der Kirche gegenüberliegenden Anwesens fand man schön behauene Quader, die sicher von dem erwähnten Herrenhaus stammen.

Auch der Besitz des um die Kirche liegenden Geländes, das der Gemeinde gehört, weist darauf hin, dass der bei Pfarrkirchen übliche Friedhof fehlt. Friedhöfe waren als heilige Orte in den früheren Jahrhunderten immer im Besitz der Kirchen.

Der jetzige Verputz wurde bei der Renovierung 1986 so erstellt, wie er sich an der Apsis innerhalb der Sakristei fand. Die Freilegung dort ergab einen Putz aus der gotischen Zeit, der mit einem bräunlichen Sand aus einer Sandgrube von Hepberg erstellt wurde.

Die alte Oswaldkirche wurde als Zufluchtskirche benutzt, wie die kleinen Fenster (das größere wurde erst in späterer Zeit eingebrochen) zeigen. Deutlich beweist das der Fluchtweg, der in Südoststrecke der Kirche entdeckt wurde. Dieser Fluchtweg verlief in südöstlicher Richtung und endete entweder in einem Busch oder in einer Scheune. Leider wurde beim Straßenbau dieser Gang zerstört.

Beim Eintritt in die Kirche fällt unser erster Blick in die Apsis. Die dort befindlichen Fresken wurden bei der ersten Renovierung übermalen und nicht freigelegt. Wir sehen dort Christus in der Mandorla (Mandelform) umgeben von den 4 Evangelistensymbolen.

Bei der Renovierung der Kirche im Jahre 1987 konnte man feststellen, dass die Wände in den verschiedenen Epochen bemalt waren. Die erste Bemalung war ein Ornamentband, das sich um die ganze Kirche zog (freigelegt rechts unten neben der Eingangstüre).

An der Nordseite wurden Fresken aus der Romanik gefunden (Erschaffung der Eva). Diese Bilder waren in Bandform angelegt und stellten die Biblia pauperum dar (die Bibel der Armen). Anhand dieser Bilder erklärte der Priester den Gläubigen die Hl. Schrift.

Aus der Zeit der Gotik stammt die Grablegung Jesu, die zum Teil noch erhalten ist. Die Feinheit der Malerei zeigt deutlich, dass hier ein Künstler am Werk war, den sich die Bewohner von Hepberg sicherlich nicht leisten konnten (alle diese Fresken wurden nur freigelegt und nicht übermalt).

In späterer Zeit wurden die Wände nur mehr getüncht, ein Zeichen dafür, dass die Herrschaft nicht mehr in Hepberg lebte. Werfen wir noch einen Blick auf das Fenster der Nordseite, das erst in der Zeit durchgebrochen wurde, in der die Kirche nicht als Pfarrkirche benutzt wurde. Das Licht fällt hier nicht durch ein Glasfenster, sondern durch fein geschliffene Stücke aus Halbedelstein (chilenischer Onyx). Den selben Stein finden sie als Schale auf dem Taufbecken.

Der 1988 eingebaute Altar stammt aus dem Steinbruch von Marching bei Vohburg, wo er in einem Stück aus dem Marmorbruch ausgesägt wurde. 1988 hat Bischof Karl Braun diesen Altar eingeweiht und die Kirche wird seitdem wieder zu Gottesdiensten benutzt.


Die freigelegten Fresken

Die alte Kirche



Nach der Renovierung

Vor dem Krieg